“One touch of nature makes the whole world kin.”
William Shakespeare (1564 – 1616)

 

In der zweiten Hälfte des 20igsten Jahrhunderts war das Przewalskipferd (Equus ferus przewalskii) in freier Wildbahn ausgestorben und nur wenige Exemplare wurden in zoologischen Gärten gehalten. Aber die engagierte Zusammenarbeit von Einzelpersonen, Organisationen und zoologischen Einrichtungen führte im 21igsten Jahrhundert zu einer gesunden Population, die demographisch stabil ist. Projekte zur Wiedereinbürgerung machen deutlich, dass Przewalskipferde sich langfristig durch Reproduktion auch unter natürlichen Bedingungen erhalten können.

Das Przewalskipferd dient als Paradebeispiel für die Rettung eines Wildtieres, das ohne Zoologische Gärten nicht überlebt hätte (s. Zuchtprogramm). Die gegenwärtige Population von mehr als 1500 Individuen, die alle im internationalen Zuchtbuch dokumentiert sind, basiert auf 12 Gründerindividuen (founder). Obwohl das Przewalskipferd zwei genetische Populationsengpässe (bottle–necks) erlebte und sich seit mehreren Generationen in menschlicher Obhut befindet, ist es in der Lage sich Freilandbedingungen anzupassen.

Heute wird eine Vielzahl von Projekten durchgeführt, um Przewalskipferde wieder in die Natur zu integrieren. Eine erfolgreiche Wiedereinbürgerung gelingt nur, wenn auch das Biotop geschützt wird unter Berücksichtigung von sozioökonomischen Aspekten.

Effektiver Naturschutz benötigt die Unterstützung wissenschaftlicher Forschung und Bildung in Zusammenarbeit mit Universitäten. Neue Erkenntnisse zur Biologie des Przewalskipferdes und anderer Arten sind von großer Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung von Naturschutzprojekten. Wissenschaftliche Ergebnisse aus Freilanduntersuchungen und Studien zoologischer Institutionen werden auf internationalen Tagungen und Symposien vorgestellt und veröffentlicht.

Ohne Forschung und internationale Kooperation wären die Erfolge der letzten Jahrzehnte nicht erzielt worden. Aber die Geschichte des Przewalskipferdes offenbart auch die Schwierigkeiten, die damit verknüpft sind, eine in freier Wildbahn ausgestorbene Tierart wiedereinzubürgern. Das Beispiel des Przewalskipferdes sollte uns als Mahnung dienen, die Zukunft bedrohter Arten zu sichern, bevor es zu spät ist.



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