Naturschutz

Semireservate bieten die Gelegenheit, Przewalskipferde in einer natürlichen Umgebung zu halten und ihr Verhalten unter seminatürlichen Bedingungen zu beobachten. Untersuchungen zeigen, dass Przewalskipferde noch immer die Fähigkeit besitzen, sich den unterschiedlichen Freilandbedingungen anzupassen, trotz der beiden Populationsengpässe und der vielen Generationen in menschlicher Obhut. Die Haltung in Semireservaten kommt aber auch dem Naturschutz und dem Erhalt bedrohter Pflanzen- und Tierarten in europäischen Lebensräumen entgegen (Zimmermann, 2005).

1992 wurden zwei Gebiete in der Mongolei für Wiederansiedlungsprojekte der Przewalskipferde gewählt: Hustain–Nuruu (www.Treemail.nl/takh, www.hustai.mn) eine Bergsteppen Region (50.000 ha), die im Norden der Mongolei liegt, ca. 150 km von der Hauptstadt Ulaanbaator entfernt und die Gobi B (www.takhi.org) (950.000 ha),  der nordöstliche Teil der Dsungarischen Gobi. Die Przewalskipferd-Population im Hustai Nationalpark ist mit ca. 200 Pferden bereits heute schon in der Lage, sich selbständig durch Reproduktion zu erhalten. Die halb so große Population in der Gobi B ist zwar auf dem besten Wege, dieses Ziel ebenfalls zu erreichen, doch könnte z.B. ein besonders harter Winter diese Population noch in ihrer Existenz bedrohen.
.

Das Wiedereinbürgerungsprojekt in Hustain–Nuruu steht unter dem Aspekt des Biotopschutzes. Der Ausschluss von Haustieren und die Rückkehr einheimischer Tierarten, sowie das Weideverhalten der Pferde tragen dazu bei, die Pflanzendiversität zu steigern. Dieses Projekt unterstreicht die Bedeutung der Przewalskipferde für das Ökosystem der gewählten Habitate.

Der Erfolg beider Wiedereinbürgerungsprojekte basierte u. a. auf die Mitwirkung der einheimischen Bevölkerung. Biotopschutz und sozioökonomische Aktivitäten bilden die Grundlage für ein erfolgreiches Wiedereinbürgerungsprojekt.