Die Geschichte des Przewalskipferdes

Auf einer seiner Expeditionen in die Mongolei, entdeckte der Geograph Nicolaj M. Przhevalsky (polnisch: Przewalski) das Mongolische Wildpferd für die westliche Welt. Das „Takhi“ – wie die Einheimischen das Pferd nennen – wurde in Linnaeus „Systema Naturae“ (1758) nicht beschrieben und war in den wissenschaftlichen Kreisen des Westens unbekannt. 1881 untersuchte Iwan S. Poljakow die Überreste eines Exemplars und gab dem „Takhi“ den wissenschaftlichen Namen Equus przewalskii.

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden Przwalskipferde für zoologische Gärten der westlichen Welt gefangen. Allerdings überlebten viele Tiere den Transport nicht und die Mehrzahl der übrig gebliebenen Pferde starb an den Auswirkungen von zwei Weltkriegen.

Zwischen 1940 und 1950 wurden nur kleine Herden der Przewalskipferde im Südwesten der Mongolei gesichtet. Die zunehmende Vieh- und Weidewirtschaft (Sokolov et al 1992, Ryder 1993, Bouman & Bouman 1994) sowie Abschüsse durch Soldaten führten zu einem Rückgang der Przewalskipferde in freier Wildbahn. In der zweiten Hälfte des 20igsten Jahrhunderts brach die Population vollends zusammen. Der letzte frei lebende Przewalskihengst wurde 1969 gesehen. Das Przewalskipferd war in freier Wildbahn ausgestorben.

 

   

Literatur

 
Bouman, D. T. & Bouman, J.G. (1994):
The history of the Przewalski’s horse (Equus ferus przewalskii) In Przewalski’s horse: The History and Biology of an endangered Species (L. Boyd & D.A. Houpt eds.) pp. 5 – 38. State University of New York Press • Albany.
Mohr, E. (1971):
The Asiatic Wild Horse
(J.A. Allen & Co. Ltd), London.
Ryder, O. (1990):
Putting the wild horse back into the wild. In Przewalski’s Horse Global Conservation Plan.Zoological Society of San Diego, Centre for Reproduction of Endangered Species.
Ryder, O. (1993):
The Przewalski’s horse: prospects for reintroduction into the wild. Conservation Biology 7: 13 – 15
Sokolov, V. E., Amarsanaa, G., Paklina, M.W., Posdnjakowa, M.K., Ratschkowskaja, E.I. and Chotoluu, N. (1992):
Das letzte Przewalskipferd Areal und seine Geobotanische Characteristik. InProceedings of the 5th International Symposium on the Preservation of the Przewalski’s Horse(S. Seifert ed.) pp. 213 – 218 Zoologischer Garten Leipzig, Leipzig • Germany.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Historische Verbreitung des Wildpferdes

Paläolithische Kunst umfasst viele Darstellungsformen von Wildpferden, die auf 20.000 und 9.000 a. Chr. datiert werden. Die berühmtesten Arbeiten findet man in Frankreich (Lascaux, Niaux) und in Spanien (Altamira). Einige der Darstellung erinnern an Przewalskipferde. Diese prähistorische Kunst ist ein Beleg dafür, dass Wildpferde einst den gesamten Eurasischen Steppengürtel bewohnten. Mit der fortschreitenden Besiedlung durch den Menschen wurden die Großsäuger Wildpferd und Wildrind (Auerochse oder Ur) ausgerottet.